Hotelmitarbeiter bringt frische Handtücher ins Hotelbadezimmer – Trinkwasserhygiene im Hotelbetrieb

Trinkwasserverordnung im Hotelbetrieb: Was Sie wissen müssen

Wer ein Hotel betreibt, trägt die Verantwortung für das Trinkwasser im Haus, und das ist keine Frage des guten Willens, sondern des Gesetzes. Die Trinkwasserverordnung schreibt konkrete Pflichten vor, und wer sie nicht erfüllt, haftet persönlich. Bei einer unangekündigten Inspektion zählt nicht die Absicht, sondern das Protokoll.

Die TrinkwV verpflichtet Hotelbetreiber mit einer Großanlage zur Trinkwassererwärmung und Duschen zur jährlichen Legionellenuntersuchung. Hotels geben Trinkwasser im Rahmen einer öffentlichen Tätigkeit ab, weil sie es an einen wechselnden, unbestimmten Personenkreis abgeben. Bei Erreichen des Maßnahmenwerts von 100 KBE/100 ml muss der Betreiber unverzüglich das Gesundheitsamt informieren und eine Risikoabschätzung erstellen.

Auf einen Blick

Die vier Zahlen, auf die es ankommt

Legionellenuntersuchung pro Jahr, Pflicht für Hotels
0KBE/100 ml
Technischer Maßnahmenwert für Legionellen
0
Geschätztes Bußgeld je Verstoß, maximal
0Std.
Wasseraustausch, anerkannte Regel der Technik
Quelle: TrinkwV 2023 (§ 31, § 51, Anlage 3); § 72 TrinkwV i. V. m. § 73 Abs. 1a Nr. 24, Abs. 2 IfSG; VDI 6023 Blatt 1 (2023-09). Eigene Darstellung.

Wer haftet für das Trinkwasser im Hotel?

Der Betreiber haftet für die Trinkwasserqualität ab der Übergabestelle (dem Übergabepunkt des Wasserversorgers), und zwar persönlich, wenn die Anlage nicht nach den anerkannten Regeln der Technik betrieben wird. Das schließt nicht nur die Legionellenuntersuchung ein, sondern auch den laufenden Betrieb: Wasser, das länger als 72 Stunden an einer Entnahmestelle steht, kann die hygienische Qualität verlieren, und das ist ein vermeidbares Risiko. Die Verantwortung endet nicht mit der Installation, sie beginnt dort.

Für Hotels gilt die jährliche Untersuchungspflicht. Sie greift, sobald vier Bedingungen zusammentreffen: eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung; Duschen oder andere Einrichtungen, in denen Trinkwasser vernebelt wird; die Abgabe im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit; und dass sich die Anlage nicht in einem Ein- oder Zweifamilienhaus befindet.

Was verlangt die TrinkwV konkret?

Die Untersuchung erfolgt systemisch: an der Stelle, an der die Warmwasserleitung vom Wassererwärmer abzweigt, an der Zirkulationsleitung und an den entferntesten Entnahmestellen. Die Proben nimmt eine zugelassene Untersuchungsstelle. Wird der Maßnahmenwert erreicht, meldet die Untersuchungsstelle das unverzüglich selbst ans Gesundheitsamt; der Betreiber erfährt vom Befund unter Umständen zeitgleich mit der Behörde. Routinebefunde gehen an den Betreiber, der sie mindestens zehn Jahre aufbewahrt (§ 44 TrinkwV).

Der Maßnahmenwert liegt bei 100 koloniebildenden Einheiten pro 100 Milliliter Wasser. Das ist kein Grenzwert im Sinne einer akuten Gesundheitsgefahr, aber ein klares Signal: Die Anlage begünstigt das Legionellenwachstum, und der Betreiber muss handeln. Unverzüglich.

Was passiert bei einem Legionellenbefund?

Sobald der Maßnahmenwert erreicht ist, läuft die Uhr. Der Betreiber muss die Ursachen klären, Sofortmaßnahmen ergreifen und diese dem Gesundheitsamt melden. Filter an den Duschen können das Risiko für die Gäste verringern, solange die Sanierung läuft, aber sie ersetzen die Ursachenbeseitigung nicht.

Maßnahmenwert & § 51 TrinkwV

Ab 100 KBE/100 ml läuft die Uhr

< 100 KBE/100 ml, Betrieb unbedenklich erreicht → Handlungspflichten
1
Meldung ans Gesundheitsamt
Unverzüglich, sobald der Wert erreicht ist
2
Ursachenuntersuchung
Mit Ortsbesichtigung der Anlage
3
Risikoabschätzung
Schriftlich, nach UBA-Empfehlung
4
Sanierung
Ursachenbeseitigung, nicht nur filtern
5
Betroffene informieren
Gäste über Ergebnis und Nutzungseinschränkungen (§ 52)
Quelle: TrinkwV 2023, Anlage 3 Teil II & § 51; Umweltbundesamt, Empfehlung zur Risikoabschätzung nach TrinkwV, Bundesgesundheitsblatt 2023, 66:218–223. Eigene Darstellung.

Was bedeutet das praktisch?

Ein 50-Zimmer-Hotel hat mindestens 50 Duschen. In der Hochsaison bei 70 % Belegung sind durchschnittlich 15 Zimmer leer, in der Nebensaison oder bei einem Flügel, der im Winter geschlossen bleibt, schnell 30. Jede dieser Duschen muss gespült werden, weil sonst das Wasser steht.

Aus dem PMS lässt sich ablesen, welche Zimmer leer standen, das Wissen ist also der einfache Teil. Das Spülen nicht. Jede Entnahmestelle muss von Hand geöffnet und lange genug laufen gelassen werden, damit sich das Wasser austauscht, und genau daran scheitert es im laufenden Betrieb: Es kostet Zeit, die meisten sind sich unsicher, wie lange eine Entnahmestelle wirklich laufen muss, und wenn es hektisch wird, fällt der Schritt still unter den Tisch.

So hängt eine Aufgabe, die die Gäste schützt, am Ende davon ab, ob jemand daran denkt. Genau diese Abhängigkeit nimmt Aqvior heraus: Jede Entnahmestelle wird planmäßig gespült und jeder Spülvorgang protokolliert, sodass niemand mehr daran denken muss.

Legionellen & Temperatur

Wo das stehende Wasser zum Risiko wird

Vermehrungszone 25–45 °C > 60 °C Absterben 0 °C 25 45 70 °C
Kühl, geringes Wachstum 25–45 °C, Vermehrung > 60 °C, Absterben
Quelle: RKI (Vermehrung 25–45 °C, Absterben > 60 °C). Eigene Darstellung.

Die zweite Herausforderung ist die Dokumentation. Das Gesundheitsamt verlangt einen Nachweis, dass die Spülung tatsächlich stattgefunden hat. Ein Zettel, auf dem jemand ein Kreuz macht, ist bei einer Kontrolle nichts wert, wenn er nicht vollständig ist. Inspektoren kommen unangekündigt, und dann zählt, was nachweisbar ist.

Wie lässt sich das lösen?

Technisch gibt es drei Wege. Die manuelle Spülung nach Spülplan kostet Zeit und Personal. Zentrale Spülstationen spülen automatisch, aber nur an den Steigsträngen, nicht an der Dusche, wo das Wasser steht und das Risiko am größten ist.

Der dritte Weg ist die automatische Hygienespülung direkt an der Entnahmestelle, und genau hier setzt Aqvior an. Die Aufputz-Duscharmatur von Aqvior mit integrierter Hygienespülung erkennt, wann 72 Stunden seit der letzten Nutzung vergangen sind, und spült dann automatisch, direkt an der Dusche, wo das Wasser steht und das Risiko am größten ist. Das System ist selbstversorgend und braucht keinen Stromanschluss. Jede Spülung wird automatisch dokumentiert und kann als Compliance-Report heruntergeladen werden. Aqvior wird ohne Wände zu öffnen, in unter einer Stunde pro Dusche nachgerüstet, was es besonders für den laufenden Hotelbetrieb geeignet macht.

Inspektionsbereit, ohne jede Dusche einzeln abzulaufen

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