Auf einen Blick
- Inkubationszeit Legionärskrankheit
- 2 bis 10 Tage (meist 5 bis 6)
- Inkubationszeit Pontiac-Fieber
- 5 bis 72 Stunden (meist 8 bis 24)
- Letalität (RKI)
- ambulant 5 bis 9 %, nosokomial rund 13 %
- Diagnose-Standard
- Legionellen-Antigen im Urin
- Meldepflicht
- § 7 Abs. 1 IfSG, namentlich
Warum die Krankheit oft unterschätzt wird
Die frühen Beschwerden der Legionärskrankheit gleichen einem grippalen Infekt. Genau darin liegt die Gefahr: Was nach einer harmlosen Erkältung aussieht, kann sich zu einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung entwickeln, besonders bei älteren, immungeschwächten oder chronisch kranken Menschen.
Symptome der Legionärskrankheit und des Pontiac-Fiebers im Vergleich
| Legionärskrankheit | Pontiac-Fieber | |
|---|---|---|
| Inkubationszeit | 2 bis 10 Tage (meist 5 bis 6) | 5 bis 72 Stunden (meist 8 bis 24) |
| Lungenentzündung | ja | nein |
| Leitsymptome | hohes Fieber, Husten, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, teils Durchfall oder Verwirrtheit | grippeähnlich, Fieber, Muskelschmerzen, trockener Husten |
| Verlauf | schwer, Klinikbehandlung häufig nötig, Letalität rund 5 bis 9 % | klingt meist nach wenigen Tagen ab |
| Behandlung | gezielte Antibiotikatherapie | in der Regel symptomatisch |
Angaben zu Inkubationszeit, Symptomen und Letalität nach Robert Koch-Institut, RKI-Ratgeber Legionellose.
Wer ist besonders gefährdet?
Nicht jeder Kontakt mit Legionellen führt zu einer Erkrankung. Ob sich eine Infektion entwickelt, hängt stark von der Abwehrlage und von Vorerkrankungen ab. Das RKI benennt mehrere Gruppen mit deutlich erhöhtem Risiko:
- Ältere Menschen: Rund 75 bis 80 Prozent der gemeldeten Fälle sind älter als 50 Jahre.
- Männer: Sie erkranken etwa zwei- bis dreimal so häufig wie Frauen.
- Raucher und Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen, deren Atemwege bereits vorgeschädigt sind.
- Immungeschwächte Personen, etwa unter Kortikosteroiden oder anderer immunsuppressiver Therapie.
- Menschen mit Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder chronischen Herzerkrankungen.
In Kliniken und Pflegeeinrichtungen trifft die Exposition damit auf die empfindlichste Gruppe überhaupt. Das erklärt, warum man den Betrieb der Trinkwasserinstallation dort besonders sorgfältig überwachen muss.
Wann zum Arzt und wie wird behandelt?
Die Symptome der Legionärskrankheit sind von einer gewöhnlichen Lungenentzündung nicht zu unterscheiden. Ärztlich abgeklärt werden sollte hohes Fieber mit Husten und Atemnot, vor allem wenn in den vergangenen zwei Wochen eine mögliche Exposition bestand, etwa durch Duschen in einem Hotel oder einer selten genutzten Anlage. Der Hinweis auf einen solchen Aufenthalt hilft bei der Diagnose.
Der Nachweis gelingt am schnellsten über den Legionellen-Antigentest im Urin, der heute die häufigste Methode ist, ergänzt durch die Untersuchung von Atemwegsmaterial. Der Test muss aber gezielt veranlasst werden. Wird die Legionärskrankheit erkannt, erfolgt eine gezielte Antibiotikatherapie. Ein früher Behandlungsbeginn verbessert die Prognose deutlich. Das Pontiac-Fieber heilt dagegen meist von selbst aus und wird nur symptomatisch behandelt.
Meldepflicht und was Betreiber tun müssen
Der Nachweis einer Legionellose ist nach Infektionsschutzgesetz meldepflichtig. Das Gesundheitsamt ermittelt die mögliche Infektionsquelle und prüft dabei auch, ob der Betreiber der Trinkwasserinstallation seine Pflichten eingehalten und dokumentiert hat. Für Betreiber ist der beste Schutz deshalb Vorbeugung: richtige Temperaturen, regelmäßiger Wasseraustausch und lückenlose Dokumentation.
Untersuchungspflichten und Intervalle